Mustervorlage Vereinbarung Zugewinnausgleich

Eine Zugewinnausgleichsvereinbarung dient dazu, zwischen Ehegatten festzuhalten, wie ein bestehender oder möglicher Zugewinnausgleich geregelt werden soll. Sie kann dabei helfen, Vermögensfragen nachvollziehbar zu ordnen und spätere Unklarheiten über Berechnung, Ausgleichsbetrag oder Zahlungsweise zu vermeiden.

Die Vorlage kann als Grundlage genutzt werden, um die wesentlichen Punkte einer solchen Vereinbarung zusammenzustellen. Da Vereinbarungen zum Zugewinnausgleich erhebliche finanzielle Folgen haben können und je nach Zeitpunkt und Inhalt besondere Formvorgaben gelten, sollte vor der Unterzeichnung geprüft werden, ob eine notarielle Beurkundung erforderlich ist.

📄 Zugewinnausgleichsvereinbarung kostenlos herunterladen

Melden Sie sich kurz zum Newsletter an und erhalten Sie die Vorlage als PDF oder Word-Datei.

Zum Download

Was ist eine Zugewinnausgleichsvereinbarung?

Leben Ehegatten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, bleibt das Vermögen der Ehegatten grundsätzlich getrennt. Durch die Ehe entsteht also nicht automatisch gemeinsames Eigentum an allen Vermögenswerten. Wird die Zugewinngemeinschaft beendet, kann jedoch ein finanzieller Ausgleich zwischen den Ehegatten entstehen.

Mit einer Zugewinnausgleichsvereinbarung können Ehegatten festhalten, wie dieser Ausgleich behandelt werden soll. Je nach Situation kann beispielsweise ein konkret berechneter Ausgleichsbetrag vereinbart oder geregelt werden, wie bestimmte Vermögenswerte bei der Berechnung berücksichtigt werden sollen.

Welche Punkte sollten in der Vereinbarung geregelt werden?

Die genaue Gestaltung hängt von den Vermögensverhältnissen und dem Zweck der Vereinbarung ab. Einige Angaben sind jedoch regelmäßig wichtig, damit die getroffenen Absprachen später nachvollziehbar bleiben.

Angaben zu den Ehegatten

Die Vertragsparteien sollten eindeutig bezeichnet werden. Dazu gehören insbesondere Namen und weitere Angaben, die eine klare Zuordnung ermöglichen. Auch der bestehende Güterstand und der Hintergrund der Vereinbarung sollten verständlich beschrieben werden.

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Für eine nachvollziehbare Berechnung ist eine möglichst vollständige Übersicht über die relevanten Vermögenspositionen sinnvoll. Dazu können zum Beispiel Bankguthaben, Wertpapiere, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen und andere Vermögensgegenstände gehören. Ebenso sollten relevante Schulden und sonstige Verbindlichkeiten berücksichtigt werden.

Bei größeren Vermögenswerten sollte außerdem klar sein, welcher Wert zugrunde gelegt wird. Bei Immobilien oder Unternehmensanteilen kann die Bewertung deutlich schwieriger sein als bei einem Bankguthaben.

Höhe und Durchführung des Ausgleichs

Wird bereits ein konkreter Zugewinnausgleich vereinbart, sollte eindeutig festgehalten werden, welcher Ehegatte welchen Betrag erhält. Ebenso wichtig sind Zahlungsfrist, Zahlungsweg und gegebenenfalls vereinbarte Teilzahlungen.

Unklare Formulierungen wie „der Zugewinn wird später angemessen ausgeglichen“ bieten dagegen wenig Sicherheit. Je genauer die Vereinbarung beschreibt, welche Leistung geschuldet wird und wann sie zu erfüllen ist, desto leichter lässt sie sich später nachvollziehen.

Wann kann eine Zugewinnausgleichsvereinbarung sinnvoll sein?

Eine solche Vereinbarung kann insbesondere relevant werden, wenn Ehegatten ihre finanziellen Verhältnisse verbindlich ordnen möchten. Das kann im Zusammenhang mit einer Trennung oder Scheidung der Fall sein, aber auch bei einer weiter bestehenden Ehe, wenn güterrechtliche Regelungen neu gestaltet werden sollen.

Besonders sorgfältig sollte die Vereinbarung vorbereitet werden, wenn größere Immobilienvermögen, Unternehmen, hohe Schulden oder stark unterschiedliche Vermögensverhältnisse vorhanden sind. In diesen Fällen können bereits einzelne Bewertungsfragen einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis haben.

Ein einfaches Praxisbeispiel

Ein Ehegatte hat während der Ehe einen höheren Vermögenszuwachs erzielt als der andere. Beide möchten die daraus entstehenden finanziellen Fragen im Zusammenhang mit ihrer Trennung nicht offenlassen. Sie stellen deshalb die relevanten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zusammen und einigen sich auf einen bestimmten Ausgleichsbetrag.

In der Vereinbarung halten sie fest, wie hoch der Betrag ist, bis wann er gezahlt werden soll und ob mit der Zahlung bestimmte Ansprüche auf Zugewinnausgleich erledigt sein sollen. Dadurch sind die wirtschaftlichen Absprachen für beide Seiten dokumentiert.

Worauf sollten Nutzer achten?

Vor allem bei Vermögensvereinbarungen sollten die Angaben vollständig und eindeutig sein. Fehlende Konten, nicht berücksichtigte Schulden oder unterschiedliche Vorstellungen über den Wert einer Immobilie können später zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten führen.

Die Vorlage sollte deshalb nicht einfach unverändert unterschrieben werden. Sie ist eine Grundlage, die an den konkreten Fall angepasst werden muss. Auch sollte geprüft werden, welche Form für die geplante Vereinbarung vorgeschrieben ist. Eheverträge müssen beispielsweise notariell beurkundet werden; auch bei Vereinbarungen über den Zugewinnausgleich können notarielle Formvorgaben eine Rolle spielen.

Bei hohen Vermögenswerten, Unternehmensbeteiligungen, Immobilien oder komplizierten finanziellen Verhältnissen ist es außerdem sinnvoll, die Berechnung und die geplanten Regelungen vor Abschluss fachlich prüfen zu lassen.

Verwandte Vorlagen und Themen

Wer nicht nur einen konkreten Zugewinnausgleich regeln, sondern den Güterstand insgesamt verändern möchte, findet auf vertrag.de auch die Mustervorlage für eine Gütertrennungsvereinbarung. Weitere Regelungsmöglichkeiten können Bestandteil eines umfassenderen Ehevertrags sein.

Mustervorlage zugewinnausgleichsvereinbarung

Download Vorlage Zugewinnausgleich